Die Mühle ist ein Traum

french watermill in spring

The watermill is a dreamSo kam es aus dem Mund von Alexandre, der grad zu einem Besuch aus Brasilien kam, angesichts des Badezimmers im ersten Stock. Hier in der Mühle kann man sehen, was ein begeisterter Realist und Frankreichfan mit einfühlsamer Architektur und dekorativer Einrichtung schaffen kann.

Die Rede ist von Jonathan, der die Mühle 1995 kaufte, um hier sein persönliches Paradies zu schaffen. Dann kamen Pascal und Bernard dazu, zwei Franzosen, die aus demselben Holze geschnitzt sind. Das Haus ist in seinen ältesten Teilen 400 Jahre alt, und findet sich in einer Reihe von Mühlen entlang des kleinen Mühlbaches im Département Maine et Loire. Dank seiner Lage abseits der Weingebiete im Süden ist dieser Teil des Tals der Loire so verträumt und still geblieben wie immer. Die Einrichtung folgt hier dem Geschmack der Hausherren, und der ist erlesen. Alles was neuer ist als 1950 hat hier nichts zu suchen, außer der Technik. Und wo möglich, gibt es das originale Detail: selbst die Lichtschalter sind Nachbauten alter Serien.details of bathroom and dining

Innen modernste Technologie, aber von außen alt

Überhaupt muss nichts neu aussehen, darf es aber. Eine alte Tür mit abblätternder Farbe – bleibt eine alte Tür. Sie wird nur dann gestrichen, wenn sie dadurch noch schöner wird, als sie schon ist, um besser ins Zusammenspiel der umgebenden Dinge zu passen.bedroom first floor

 

 

Es geht Jonathan, Pascal und Bernard darum, die noch lebendige französische traditionelle Handwerkskunst und deren dekorative Elemente mit dem genauso lebendigen Savoir Vivre – der Kunst, genießerisch in jeder Hinsicht zu leben, zu verbinden.

impression

“Der Franzose macht es sich mit allen Dingen dieser Welt recht bequem.“

Das Betreten der Mühle soll ein Verlassen der heutigen Zeit sein – und das vermittelt sich schlagartig durch das beeindruckende Ensemble von Möbeln und Objekten, Materialien, und der Gastfreundschaft der Hausherren, inmitten einer wunderschönen Landschaft. Das Essen ist exquisit, die Unterkunft grandios – und dann sitzen alle im 18. Jahrhundert-Garten und man redet über die Aktualitäten, über Frankreich und Gott und die Welt. Nichts leichter als das.kitchen

Mein Anteil am Gesamtprojekt war eher klein: Ein Eichenbalken, der Entwurf für eine Küche und ein Bad, die Überdachung eines Anbaus. Der Gewinn an Verständnis und Know-how war aber immens: Hier habe ich gefunden, was ich immer gesucht hatte, und auch den Weg dahin. Nämlich einen unakademischen Zugang zu einfacher Schönheit, der sich ganz stark aus der französischen Nonchalance nährt. Zitat Heinrich Heine: “Der Franzose macht es sich mit allen Dingen dieser Welt recht bequem.”

Beim Entwerfen meiner Einrichtungen und Möbel habe ich demzufolge eine Menge „preußischen“ Ballast abgeworfen.

Zum Beispiel habe ich beim Restaurieren einfacher Möbel eine ganze Menge über die Denkweise französischer Tischler von damals gelernt, und das ist in meinen heutigen Stil eingeflossen. Das dekorative Element, welches zum Möbel dazugehörte, war sowohl Verkaufsargument, Beweis des guten Geschmacks des Erbauers, aber auch die sinnliche Vollendung eines Möbels, sozusagen das letzte Vergnügen des Meisters.

Das Ergebnis: französisches Design war niemals überladen und schwer.

Zum Begreifen der Herkunft der Innenarchitektur der Mühle muß man auch die Trödel und Antiquitätenmärkte der Region kennen: das ist ein sehr sinnliches Erlebnis, denn die Region quillt förmlich über vor schönen alten Dingen in jedem denkbaren Erhaltungszustand, sowie von Handwerkern und Restaurateuren, die damit umzugehen verstehen. Für einen Inneneinrichter ist hier alles vorhanden, was man sich vorstellen kann, um jeden beliebigen Stil zu verwirklichen, und demzufolge ist das auch eine Region mit einer Fülle von Häusern mit sehr schönen Innenausstattungen.

Heute empfängt die Mühle Gäste aus der ganzen Welt und veranstaltet daneben Kurse in regionaler Küche und Konditorkunst, Hochzeiten werden organisiert und Rundreisen durch die Schlösser und Weingüter der Loire organisiert. (www.moulinbregeon.com)

Ein Jahr in Souci

look over the entier site in the French County of AisneDieses Projekt war am Beginn meiner Zusammenarbeit mit Jon. Milton aus
Los Angeles hatte sich einen Landsitz gekauft, ca 80km nordöstlich von Paris.
Das Haus war vorher von einer Malerin bewohnt gewesen, aber leider ohne
feinen Geschmack eingerichtet …

main village house whilst construction

Es gab viel zu tun

Der Ausbau des Haupthauses benötigte über 1 Jahr, da von Grund auf entkernt wurde, neue Balkenlagen für baufällige Decken gezogen wurden, und der sehrverschachtelte Grundriss den Wünschen des neuen Besitzers angepasst wurde.Innenliegende Isolierung und der Einbau einer Heizanlage für das gesamte Haus sollten die Heizkosten senken, und allein die Auswahl und der Kauf der historischen Heizkörper in Paris, die dann vor dem Einbau komplett sandgestrahlt wurden, nahm Monate in Anspruch.

Aber es hat sich gelohnt, die heutigen Heizkosten sind nur noch halb so hoch, und die Heizkörper machen noch immer eine gute Figur.construction in the historic farmhouse

Das ganze Haus erschien durch das helle Eichen- und Pappelholz in einem
sehr warmen, rustikalen Ambiente, was den Einbau der dekorativen
Elemente und der historischen Möbel und Gebrauchsobjekte erst so richtig
zur Geltung brachte.

Wir haben mit dem Ausbau des Nebenhauses zu einer kleinen Wohnung mit zwei Schlafzimmern begonnen, als Basis für die Baustelle im Hauptgebäude.
In der Garage wurde schnell eine Werkstatt eingerichtet, damit die Tischler aus Bremen die detailgenaue Arbeit vor Ort ausführen konnten.
Sehr zeitaufwendig war auch das komplette Sandstrahlen des alten, verstaubten Gebälks, was sich aber unbedingt lohnte.

Der ausführende Steinmetz Charles war so begeistert von der Arbeit, daß er sich an einem Tag einschloss, und uns allen den Zutritt verbat, um uns dann am Abend mit einer wunderschönen, in Stein gehauenen Rosette als dekorativen Abschluss für die beiden Säulen der (ebenfalls gemauerten) Dunstabzugshaube zu überraschen.

Die Küche wurde z.B. aus regionalem Sandstein gemauert, mit einer schweren Steinplatte, an die wir ein historisches Kantenprofil gefräst haben, als Arbeitsfläche, aus 8 cm starkem hellem Sand-Kalkstein der Region. Für die Küchenfronten nahmen wir eine historische Möbeltür als Vorbild, die wir dann in Eiche nachbauten. Die Originaltür wurde natürlich ebenfalls verwendet.
Weitere Besonderheiten waren der Einbau eines Badezimmers in ein Kellergewölbe, und das Schlafzimmer für den Besitzer. Der Masters Bedroom
enthielt neben hohen Eichen-Einbauschränken ein nach oben offenes Bad in einem historistischen Stil, einen Empire-Kamin und ein neues Parkett aus
historischen Eichendielen.

Prospektus

Die Werbebroschüre ist fertig (s.u.)

So jetzt ist der neue Prospekt und die Annonce da. Hier eine Version der Annonce: Und das Wichtigste: der Prospekt ist fertig:  Brosch_neu_klein

Demnächst Neues über die Zusammenarbeit mit Aglaya und Antonio….

Aus meinem Prospekt: Das schönste Haus im Loiretal

Country Haus im LoiretalDas Schönste Haus des Loire-Tals.

In diesem einfachen Landarbeiterhaus aus dem 19. Jahrhundert haben wir eins der schönsten und charmantesten Projekte verwirklicht. Véronique hatte 2005 ihre Wohnung in Paris aufgegeben und sich entschieden, ihr Sommerhaus in der Kommune Auverse im Tal der Loire winterfest zu machen, und ein zusätzliches Gästezimmer einzubauen.

Nachbau einer historischen Treppe im LandhausAm Anfang haben wir die kleine Innentreppe entworfen, da es bislang nur eine hölzerne Außentreppe gab. Die Treppe wurde dann aus altem Holz in einem ganz einfachen, schlichten Stil gebaut. Als Vorbild für die Treppe, einschließlich Das neue Dach mit den historischen graden Biberziegelnder Details des Handlaufs diente die Treppe in der Schmiede in Linières Bouton, die zum Schrauben- und Materiallager des Hufschmieds unterm Dach führte. In seiner Werkstatt fanden wir auch noch große Bottiche und Gefäße vor dem großen Kamin. Hier hatte er heißes Wasser für die Pferdestuten zubereitet: Der Hufschmied war damals auch für die Geburtenhilfe der Pferde zuständig, da es noch keinen Tierarzt gab.

Bad im county stilFür den großen Raum im Dach haben wir ein Bad konzipiert, welches mit großen verglasten Fenstern zum Innenraum im Atelierstil versehen wurde.

Veronique wollte keine modernen Atelierfenster, und wusste, das man ein altes Haus nicht mit vielen großen Fenster verunstalten darf. Sie sagt: “Je ne veux pas de lucarnes où de Velux…“ – “Mir reichen hier die zwei zusätzlichen Dachluken und das Licht, was durch die Außentür fällt.” Es sollen ganz einfache, alte Elemente Verwendung finden, die genau zum Haus passen. Nicht zu aufwendig, zu barock, und auch nicht expressionistisch modern…

Bibliothek im DachraumZum Beispiel die Möbelknöpfe für die Schränke und Schubkästen: die hatte sie günstig in einem Baumarkt gekauft, und gab sie mir mit der Frage, ob die nicht genauso schlicht wie vor 100 Jahren seien. Die Arbeit begann mit einer sorgfältigen Raumund Materialplanung. Das haben wir am Bildschirm als 3D-Renders durchgespielt, bis dann der Rahmen stand. gerenderte Szenen wärend der VorplanungIn der Ausbauphase haben wir nochmal die Details überarbeitet. Das lag vor allem an Jean-Claude, der seine regionale Tischlererfahrung einbrachte. Er hatte ein Auge für die passenden besonderen Profile, Beschläge, Hölzer der Region Maine-et-Loire.

Ein Fußboden aus unbehandeltem Kastanienholz für das Bad, aus breiten durchlaufenden Brettern gesägt, gibt dem weissgekalkten Kiefernholz der Wände und Verkleidungen den passenden Kontrast. Das Holz, ursprünglich gelbocker, nimmt dann eine graubraune Farbe an, und zeigt nur die Maserung, die an Eichenholz erinnert. Das regionale Kastanienholz ist sehr resistent gegen Feuchtigkeit.

Im kleinen Schlafraum haben wir dann alle Abtrennungen und Schränke ebenfalls aus den sehr breiten, dünnen Kiefernbrettern des regionalen Sägewerks gefertigt, die – ebenfalls unbehandelt – dann gut mit dem sichtbaren Holz der Dachbalken harmonieren. Die letzte Arbeit war das Abdichten und Reparieren der originalen „Klöntüren“ sowie das Einsetzen von Isolierglas in die alten Eichenfenster.Dachraum in Veroniques Landhaus

Aus meinem Prospekt: die Bibliothek in Dorset

Dorset reetgedecktes Landhaus Countyside, view to the village over meadows

Eine Bibliothek für Dorset.

In Linieres-Bouton lernte ich Teddy kennen, der gerade dabei war,
sein Familienhaus in Dorset in Südengland zu restaurieren.
Ein ca. 200 Jahre altes reetgedecktes Steinhaus in einem wunderschön
abgelegenen Dorf in der Nähe von Bridport.

Unsere erste Zusammenarbeit war ein Innenarchitektur Entwurf für das Bad, das er mit den gefundenen türkisfarbenen Badmöbeln ausstatten wollte. Es ist ein sehr typischer charmanter Raum geworden, beispielhaft für die weitere Zusammenarbeit …
Es sollten die Fenster restauriert werden. Da das aus der viktorianischen Zeit stammende Haus in der Denkmalliste steht, müssen alle Fenster original
bleiben. Die Fenster wurden demgemäß repariert, gangbar gemacht, schadhafte Holzteile wurden ausgewechselt.
Das lohnt sich auch, denn die Fenster sind aus Eichenholz und in einer sehr schönen, zum Haus passenden Sprossenteilung eingearbeitet. Nun ging es an die Inneneinrichtung des wichtigsten Raumes im Haus, der Bibliothek.

Die passende Montage der verschieden großen Einheiten erforderte eine sehr detailgenaue Planung, die wir in 3D-Animationen am Rechner vorher ausprobiert hatten.Inneneinrichtung BibliothekDer Entwurf, Die Planung und die Ausführung der Bibliothek

Für Flur und Küche standen schon aus Frankreich importierte Wandverkleidungen aus Holz aus dem 19ten Jahrhundert bereit.Die Elemente aus Fichtenholz waren abgebeizt worden und hatten einen schönen hellen grauocker Ton bekommen. Die Wandpaneele sind in der Küche montiert worden. Das Wichtigste und Herzensangelegenheit des Bauherrn war die Bibliothek.
Es sollte natürlich das Maximum an Büchern in den nur 16 qm großen Raum passen, aber auch Wandfläche für Bilder, und vor allem für ein Bild eines französischen Impressionisten über dem Kamin.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Als ich nach einigen Monaten in 2007 die fertig eingerichtete Bibliothek das erste Mal sah, war ich beeindruckt.
Dieses Zimmer sah so aus, als wäre es schon immer da gewesen. Der Stil der Möbel und die Farbgebung waren perfekt.
Mit den Büchern und Kunstgegenständen in dem Teddy eigenen etwas chaotischen Stil eingerichtet, war das Zimmer sogleich der ständige Aufenthaltsort des Bauherrn geworden.

Dorset Landhaus BibliothekProduktion der Paneele und der Bibliothek

Wer mehr auf echtem Papier lesen will, ich versende den Prospekt über meine Innenarchitektur und Planung gerne gegen Portokosten, bei mir in Berlin melden:

Claus Bellmer, Schiffbauerdamm 13 / 10117 Berlin: Tel.: 030 31 98 98 35 (gerne Nachricht auf AB hinterlassen)

über die baukunst

hab die polemik jetzt doch erstmal rausgenommen: das bringt nix, sagt peter

foto: innerstädtisches gestaltungsmittel parkplatz, schlecht gemachte kopie der elemente einer 12 jhdt. kirche beim entwurf des infohäuschens , tristesse