Das Jahr 2017 geht sicher zu Ende; ich kann den Herbst schon riechen.

Aber noch ist es zum Glück nicht so weit. Wählen muss ich auch noch. Hier der zukünftige Fischteich in Berlin Köpenick – mehr dazu auf der Portfolio-SeiteKoi Fischteich-Berlin Ausfuehrung-(Foto II)

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Frühling und neue und alte Projekte

Habe jetzt eine Übersicht einiger ausgewählter Projekte auf diesen Blog gestellt: Siehe den Schalter „Architektur, Konstruktion und Planung“ oben. Grad wollen wir eine eigentlich erhaltenswerte Mauer abreißen: die Statiker lassen sich nicht überzeugen, das diese Mauer  dahinten, unter dem Bewuchs, selbst stärksten Stürmen standhielt. Sie sagen irgendwann liegt mal einer drunter. Und das wollen wir ja schließlich auch nicht.Abriss-bahnwaggon

Kalt

Noch ist der Winter nicht vorbei. Aber in Lichtenberg wird unser Urban-Gardening and Hostel Projekt jetzt bald begonnen: die Baugenehmigung ist da.

Naja, wir mussten doch den Kopfbau anfügen, obwohl ich die reine Nutzungsänderung (wie auf dem Bild weiter unten) vorgezogen hätte, aber witzigerweise ist es von den Baumassen her genauso wie ich es bei meinem ersten Besuch gesehen hatte, also so:

entwurf-umplanungokt30-model-2
Umbau Garagenhof

Außerdem ist die Umsetzung der Betriebssicherheit in den Betrieben im Mauerpark bald erreicht. Da hat unser 2RaumTeam gut gearbeitet und damit ist auch wieder ein wichtiger Schritt zum Erhalt der Nutzung im vorderen Bereich getan. Ich seh das so: Damit wir hier nicht nur den großen Investorenzirkus haben, müssen wir an besonderen Plätzen wie dem Mauerpark unbedingt zusehen, das die ansässigen engagierten Betreiber erhalten bleiben, denn die sorgen schon lange für das Richtige. Aber um zu überzeugen, wollen wir uns auch Gedanken über den richtigen Rahmen und die richtige Form machen.

Visualisierung: wenn ich etwas schön zeichnen kann, ist das schon mal der erste Schritt zum Überzeugen.

Architektur

Nu ist der herbst da, und alle sind aktiv. Stadtplanungsamt Lichtenberg will hier eigentlich die Baulinie auf ganzer Länge einhalten. Dann wäre der Garten an den Seiten futsch. Zum Glück haben wir Abstandflächen zum Nachbarn entdecken können, die unser Konzept (Erhalt der Garagen) nicht so schlimm verändern. D.h. der nachbar hatte eine Baugenehmigung für Fenster in der Hauswand auf der Grenze, die rechtens sind. Jetzt soll man halt nur vorne neu bauen.

Entwurf-Model-plusgarten(nord) Zum Termin im Bauamt Lichtenberg: Hab mal zur Erläuterung den Render mit einer Collage verschönert. Bischen wild, aber man versteht doch was gemeint ist.

Halle 1990

In dem Sommer bin ich mit Sabine in meinem orangen Kadett Kombi in die neuen Bundesländer gefahren. Erste längere Pause war in Halle Neustadt. Da gabs einige Straßenzüge mit ziemlich abgewrackten Häusern, da war dann das erstemal, daß ich es sah: Alles war noch da. Ab Gründerzeit und Industrialisierung, Arbeiterwohnviertel und seitdem nichts wesentliches getan. Inzwischen waren hier, wie ich es dann später noch überall wiederfand, zerbrochene Fensterscheiben, bröckelnde Fassaden, einbrechende Geschoßdecken, Birken auf den Dächern, gelegentlich noch ein bewohntes Haus und alles grauschwarz. Alles. Nach 100 Jahren Kohleheizung, nach Blütezeit, Weltkriegen, Hitlerzeit, DDR, und jetzt war alles noch da. Das hatte ich im Westen, wo genug Geld war um alles zu bedecken, verschönern, zu bearbeiten und gestalten, restaurieren und renovieren, noch nie gesehen. Das hab ich nie vergessen: es stimmte also alles. Die Geschichte war da, in unerwarteter Präsenz, und ich war kein Westdeutscher mehr. Ich hatte was ganz wertvolles gefunden, und bin seitdem großer Gegner des Alles Gestaltenwollens, denn: Wenn es nichts Echtes mehr zu entdecken gibt, bleibt nur noch das Misstrauen, ob nicht alles nur Schöner Schein ist. Später hab ich dann in Dresden Neustadt in solchen Häusern gewohnt, und jetzt gibts auf dem RAW-Gelände in Berlin Friedrichshain auch noch was zu bewahren. Auch hier ist alles noch da: denn alle Zerstörungen, Erhaltungen, Erneuerungen und Spuren finden gleichberechtigt nebeneinander sich in Pflasterresten, Schienenresten, Mauerresten, und mehr. Hier ist jetzt sogar noch ein Vierteljahrhundert Nachwendegeschichte dazugekommen. Mehr authentische Geschichte von über 100 Jahren Dauer kann man umsonst im Berliner Osten nicht bekommen.

Da gibt es also verschiedene Positionen zu überwinden, wenn man da etwas erhalten will. Investierer mit Ertragserwartungen. Denkmalschützer mit gesetzlichem Rahmen was erhaltenswert ist und was nicht. Ordnungspolitiker. Planer mit umgestaltendem, eingreifendem Ansatz. Selbstverwirklicher.

Skizzen

Einige Entwürfe werden jetzt im Frühjahr mit meinen Freunden umgesetzt:

Innenausbau in hoher Tischlerqualität, oder in Designqualität, und ein Entwurf für einen Umbau von Garagen zu einer innerstädtischen Gemeinschafts-green-gardening-and living-and-learning Experimentalstation. Und das neue Cafe Stadler an der Boxhagener/ Ecke Neue Bahnhofstraße besuchen! Eröffnung 14 Mai

Entwurf-Model-(web)

 

Kueche-skizze-Model-(web)